Filmvorführung »PlayTime«
Architekturtage 2026 - Festival für Baukultur und Ingenieurtechnikin Kollaboration mit dem Neuen Volkskino Klagenfurt
Kinoplatz 3, 9020 Klagenfurt a. W.
Fr., 29. Mai 2026 | 20.00 Uhr
Eintritt frei - Zählkarten an der Kinokassa & online erhältlich
Reservierung unter: kino@volkskino.net oder +43-463-319880
Spielfilm: Playtime (1967) | Regie: Jaques Tati | Länge: 126 Min.
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Der Film »PlayTime« von Jacques Tati ist nahezu dialoglos und zugleich eine präzise Beobachtung des Lebens in der modernen Großstadt. Im Zentrum steht Monsieur Hulot, der sich durch ein futuristisches, anonym wirkendes Paris bewegt – eine »moderne« Stadt aus Glas, Raster und perfektionierter Funktionalität.
Ein Gefüge aus Stahl, Glas, Rolltreppen und Aufzügen entfaltet sich als räumliches Labyrinth, in dem Monsieur Hulot – mit Regenmantel, Hut und leicht verlorenem Blick – zu einer suchenden Figur wird. Dieses Paris ist nicht mehr die vertraute Stadt der Liebe, sondern eine durchorganisierte moderne Gegenwart: geschäftig, kühl und von gleichförmigen Strukturen geprägt. Auf der Suche nach einem Termin irrt Monsieur Hulot durch Bürokomplexe und standardisierte Räume, in denen Orientierung zur Herausforderung wird und Begegnung dem Zufall überlassen bleibt.
Die Filmhandlung als solches tritt in den Hintergrund. Stattdessen entfaltet sich eine Abfolge alltäglicher Situationen, in denen Menschen mit einer durchorganisierten und standardisierten Umwelt konfrontiert sind. Türen, Möbel und Geräte funktionieren reibungslos – und erzeugen gerade dadurch neue Formen der Irritation. Der Humor entsteht aus der Genauigkeit der Inszenierung: aus Blickachsen, Wiederholungen und einer Vielzahl simultaner Ereignisse.
Im Fokus stehen jene Infrastrukturen des Alltags, die unser Zusammenleben ermöglichen und zugleich prägen: Räume, Wege, Abläufe und technische Systeme, die Bewegung und Begegnung organisieren. In PlayTime treten sie aus dem Hintergrund hervor – als verbindende, aber auch normierende Strukturen, die Verhalten lenken und Wahrnehmung formen.
Gleichzeitig formuliert Tati eine leise, aber präzise Kritik: Die Systeme, die uns verbinden sollen, erzeugen auch Distanz. Architektur erscheint als kühl und austauschbar, Individualität wird nivelliert. Doch im Verlauf des Films – insbesondere in der ausufernden Restaurantsequenz – gerät diese Ordnung ins Wanken. Strukturen lösen sich auf, Regeln verlieren ihre Gültigkeit, und im entstehenden Chaos wird eine andere Form von Verbindung sichtbar: spontaner, direkter, menschlicher.
»PlayTime« nähert sich auf subtile Weise der zentralen Fragestellung der Architekturtage 2026 – Biennale Festival für Baukultur und Ingenieurtechnik: »Was uns verbindet – Infrastrukturen des Alltags« – und den Bedingungen, unter denen diese Verbindungen entstehen, bestehen oder wie fragil, diese sein können.
Bemerkenswert ist die anhaltende Gegenwärtigkeit des Films: Obwohl in den 1960er-Jahren entstanden, wirkt Playtime bis heute erstaunlich aktuell.
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