»Paradies am Dom«, Rundgang & Besichtigung des Bio-Urnenfriedhofs
Architekturtage 2026 - Festival für Baukultur und Ingenieurtechnik, Baustellenbegehungmit Architektin DIin Barbara Abel, Architekturbüro ABEL und ABEL ARCHITEKTUR
Fr., 29. Mai.2026 | 15:00 -15.45 Uhr
Treffpunkt: Hemmahof, Domplatz 1, A-9020 Klagenfurt a. W.
Keine Anmeldung erforderlich - einfach vorbeikommen, teilnehmen & mitgehen
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Erstmals seit Jahrhunderten ist es wieder möglich, Verstorbene in unmittelbarer Nähe zur Domkirche beizusetzen – und damit eine historische Verbindung von Stadt, Kirche und Begräbniskultur neu zu denken. Das »Paradies am Dom« im Hemmahof nördlich der Domkirche versteht sich als naturnaher Erinnerungsraum. Auf rund 600 m² entfaltet sich ein stiller Garten, in dem bis zu 800 biologisch abbaubare Urnen in der Wiese beigesetzt werden können.
Ein Ort in der Stadt – zwischen Erinnerung, Leben und dem, was bleibt
Mitten in der Stadt, im Schatten des Doms, öffnet sich ein Raum, der lange verschwunden schien. Ein Ort der Ruhe kehrt zurück – leise, unaufdringlich, beinahe selbstverständlich.
Das »Paradies am Dom» ist kein Friedhof im herkömmlichen Sinn. Es ist ein Garten. Eine Wiese, durchzogen von Wegen, offen für Licht, Wetter und Zeit. Unter ihrer Oberfläche ruhen die Verstorbenen – eingebettet in einen Kreislauf, der nicht trennt, sondern verbindet.
Namen erscheinen auf kleinen Tafeln, zurückhaltend gesetzt. Sie sind Spuren, keine Grenzen. Erinnerung bleibt, ohne sich aufzudrängen. Der Raum gehört den Lebenden wie den Toten zugleich. Wer hier verweilt, sitzt, geht oder innehält, bewegt sich durch ein Gefüge, in dem Abschied und Gegenwart ineinander übergehen. Die Stadt klingt leise herein, das Leben bleibt spürbar.
Es entsteht ein Ort, der nicht nur dem Gedenken dient, sondern auch dem Verweilen. Eine stille Mitte innerhalb der Stadt, die zugleich ein Ort der Begegnung zwischen Lebenden und Verstorbenen, die hier denselben Raum teilen – ohne Trennung, ohne Hierarchie. Im »Paradies am Dom« zeigt sich der Tod nicht als Gegenpol zum Leben, sondern Teil eines gemeinsamen Kontinuums. Der Tode erscheint nicht als Gegenüber, sondern als integraler Bestandteil des Lebens – als etwas, das alle betrifft und im gemeinsamen Raum verankert ist.
Ein Rundgang und eine Besichtigung gemeinsam mit der Architektin führt durch diesen besonderen Ort – und eröffnet Einblicke in Entwurf, Umsetzung und die räumlichen wie gesellschaftlichen Fragestellungen dieses Projekts. Eben für das, was sich zwischen Raum, Zeit und Erinnerung entfalten kann.
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Links & weitere Informationen:
https://www.abelundabel.at
https://www.instagram.com/abelundabelarchitektur/
https://www.nextroom.at/building.php?id=41342&sid=48768
https://www.kath-kirche-kaernten.at/pfarren/detail/C3074/paradies-am-dom